Cadiz und die weißen Dörfer

Ach, was für eine Fahrt, momentan stehen wir oberhalb von Grazalema auf einem Parkplatz, mit uns sind aktuell noch drei weitere Wohnmobile bzw. Vans hier und hier werden wir auch die Nacht verbringen. Es war ein sehr ereignisreicher Tag, mit viel Laufen, viel Fahren, zwei Stopps, um mit der Drohne – endlich – zu fliegen, aber der Reihe nach…Gestern sind wir ja nur wenige Kilometer bis Puerto de la Maria gefahren, wo wir auf einem wahrlich sauberen und luxuriösem Campingplatz ankamen. Von dort ging es in etwa 30 Minuten zu Fuß zum Fähranleger, wo uns die Fähre in weiteren rund 30 Minuten direkt in die Altstadt von Cadiz brachte.

Es ist schon beeindruckend, wenn man überlegt, dass hier seit rund 3.000 Jahren Menschen in größeren Ansammlungen wohnten, aber so richtig begeistern konnte uns Cadiz dann doch nicht, es ist extrem touristisch und wir machten den absoluten Anfängerfehler, nicht nur auf dem Marktplatz zu essen (muss ja nicht per se schlecht sein, in Italien kann man an fast allen Hauptplätzen der Toskana wunderbar essen), sondern der größte und eigentlich unbedingt zu vermeidende Anfängerfehler ist es, dort essen zu gehen, wo das Essen auf Bildern beworben wird. Tja, genau das taten wir und wurden bitter bestraft, wir beide haben schon lange nicht mehr so schlecht gegessen wie hier in Cadiz, aber gut, irgendwie auch selber schuld.

Wir sind dann noch eine Weile herum gelaufen, haben uns natürlich die Kathedrale angesehen, die Krypta ist wirklich sehenswert, haben die Ausgrabungen des römischen Amphitheaters besucht und sind dann nach einigen Stunden mit der Fähre wieder zurück gefahren. Der Abend war entspannt, aber für den nächsten Morgen standen ja die weißen Dörfer auf dem Programm.

Zunächst ging es heute gegen 09.15 Uhr von unserem Campingplatz nahe Cadiz in Richtung Sevilla, welches wir aber alsbald links liegen ließen, um nach Arcos de la Frontera zu fahren, das hoch auf einem Felsen am Fluß Guadalete liegt. Wir parkten das Auto sicher auf einem Parkplatz am Fluß und begannen den etwa einstündigen Aufstieg bis hoch zur Festung und zur Plaza del Cabildo, wo es einen Aussichtspunkt gibt, von dem aus man einen herrlichen Rundumblick hat. Viele der weißen Dörfer, die wir m Anschluß noch besuchen werden, kann man von hier aus bereits an ihren Hängen liegen sehen.

Weiter ging es nach Espera, wo uns das Navi auf dem Weg zu einem Parkplatz leider mitten durch das Dorf bergauf in immer enger werdende Strassen führte. Erneut wurde der arme Beifahrersitz malträtiert. Meine liebe Beifahrerin, mittlerweile aus dem Fahrzeug gestiegen, mußte dann sogar auf ihrer Seite den Spiegel anklappen, was durchaus hilfreich war, leider wurde er nach Passieren den Hindernisses nicht wieder ausgeklappt ;-), sodass ich rechts hätte blind weiterfahren müssen, was keine gute Idee war, denn nach rechts waren es noch etwa 2-3 cm bis zu den abgestellten Fahrzeugen: Also blieb ich einfach stehen, was vermutlich wenig Erheiterung bei den uns nachfolgendne Fahrzeugen auslöste. Aber die fragten sich vermutlich sowieso schon, welcher Schwachkopf hier mit seinem 7m Wohnmobil entlang fährt.

Naja, irgendwann wurde der Spiegel dann wieder ausgeklappt, aber es war tatsächlich scheiße eng und so ging es im Schrittempo, also eher gemächlichen Schrittes, an den geparkten Autos vorbei. Die nächste Möglichkeit bergab war dann die unsere, wobei es hier so steil bergab ging, rauf wäre ich hier nie gekommen, runter ging es halt mit dem alten Wechselspiel von Bremsen und Bremsen-lösen. Beim Verlassen des Ortes wurde mir aufgetragen, zukünftig keine Wege hier im Gebirge mitten durch die Dörfer zu wählen…

we will see 😀

Im Anschluß fuhren wir nach Bornos und ja, wir parkten tatsächlich außerhalb vor einem Hostel und liefen dann steil bergab in das Dorf hinein.

Gut gefallen hat uns das Castillo des los Ribera mit seinem wunderschönen Garten im Renaissancestil; leider hatten wir hier nur knapp 30 Minuten Zeit, danach wurde geschlossen und wir hätten gut drei Stunden warten müssen, um noch die letzten Räume zu sehen.

Das nächste Ziel, Prado del Rey, konnten wir leider nicht besuchen, da die Straße gesperrt war, aber wir legten auf einem nett angelegten Parkplatz eine Mittagspause ein und aßen ein wenig, denn am Morgen hatte ich vor der Abfahrt am Campingplatz noch etwas frisches Brot gekauft. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir unsinnigerweise damit, einen Platz für die Nacht zu suchen; der erste Stellplatz in den Bergen auf einem Art Bauernhof hatte geschlossen, der nächste Campingplatz in den Bergen war laut telefonischer Aussage geöffnet, allerdings versperrte eine Schranke die Zufahrt und weder an der Rezeption noch im Restaurant war auch nur ansatzweise Leben zu erkennen.

Daraufhin gaben wir auch hier auf und fuhren über einen wunderbaren Paß (Puerto del Boyar) bis hier nach Grazalema, seines Zeichens ebenfalls ein weißes Dorf, wo wir jetzt in Kürze schlafen gehen, um morgen eine weiter Tour durch die Berge und hier im Nationalpark der Sierra de Grazalema zu unternehmen, aber dazu morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.

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