Im April/Mai 2019 ging es zusammen mit unseren Freunden Gabi und Bernd gut 2 Wochen mit jeweils einem Wohnmobil durch den Osten Kanadas. Von Toronto aus fuhren wir zunächst zu den Niagara-Fällen, um diese „abgearbeitet“ zu haben, denn zumindest einmal im Leben sollte man sie schon gesehen haben (vor allem, wenn man eh schon in der Gegend ist 🙂 ), auch wenn sie gegenüber den Viktoriafällen in Simbabwe eher enttäuschend und vor allem viel zu touristisch sind.


Tag 2

Nach einer etwas unruhigen Nacht, wir parkten unsere Wohnmobile intelligenterweise auf dem Parkplatz vor einem Spielcasino…) ging es dann zunächst auf der Tags zuvor gefahrenen Strecke zurück in Richtung Toronto, um dann an Toronto vorbei am Lake Ontario in Richtung Kingston zu fahren, wo wir gegen Mittag ankamen und einen kleinen Stadtbummel absolvierten.

Von Kingston aus ging es dann noch etwa 150 km weiter gen Osten, bis wir an einem Campingplatz unseren Standort für die zweite Nacht in Kanada fanden.


Tag 3

Am nächsten Morgen ging es dann entlang der Grenze zu den USA über Montreal bis nach Quebec, wo wir einen Abstecher zum Besuch der Stadt machten. Da wir aber nicht innerhalb der Stadt übernachten wollten, fuhren wir anschließend noch auf einer Brücke über den Sankt-Lorenz-Strom auf dessen südliche Seite, von wo aus es nicht mehr weit zur nächsten Unterkunft war.


Tag 4

Mittlerweile waren wir in der Schneeregion angekommen, dieses Jahr war es nach Aussagen der Einheimischen ein sehr langer Winter, und unsere Gasvorräte neigten sich dem Ende entgegen. Dummerweise mußten wir das Gas an einer Gastankstelle auffüllen und nicht, so wie bei den meisten anderen Wohnmobilen, einfach nur die Gasflasche wechseln. Also bestand unser Tagesprogramm nicht nur daraus, weiter gen Osten auf die Gaspesie, die von den nördlichen Ausläufern der Appalachen gebildet wird, zu fahren, sondern auch baldmöglichst unsere Gasvorräte aufzufüllen, da bei den aktuellen Temperaturen eine Nacht ohne Heizung mit Sicherheit alles andere als erotisch geworden wäre. Tatsächlich sollten wir jedoch den ganzen Tag über keine einzige Tankstelle finden, die unseren Gastank hätte befüllen können. Zwar gab es in Matane, unserer Station für die kommende Nacht, eine Tankstelle, die das prinzipiell hätte bewerkstelligen können, schlauerweise fehlte aber der Aschlußhahn an dem Schlauch, aber immerhin hatte er einen – erfolgreichen – Tip, wo wir am kommenden Tag dann endlich Gas tanken könnten.


Tag 5 und 6

Die kommenden beiden Tagen ging es an der Küste der Gaspesie über Gaspe, wo wir dann tatsächlich Gas tanken konnten und Perce bis nach Miguasha, wo wir den Prinzen suchten… und auch den König fanden…


Migusha

Der Parc National de Migusha ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf der Gaspesie-Halbinsel, hier finden sich Fundstätten aus dem Devon und der Übergang der Wirbeltiere vom Wasser auf das Land kann hier dokumentiert werden.

Fossile Fische und Pflanzen erzählen ihre Geschichten über das Leben auf unserem Planeten vor 380 Millionen Jahren.

1892 beschrieb der amerikanische Paläontologe Edward Drinker Cope, der für seine Leidenschaft für die Jagd auf Dinosaurierknochen bekannt war, als erster den Knochenbau der Flossen von Eusthenopteron foordi (besser bekannt als der Prinz von Migusha) und erkannte die entsprechenden Knochen in den Skeletten von Tetrapoden. Gerade dieses Skelett ist wegen seiner Bedeutung, die uns hilft, eine Seite der Evolution zu verstehen, den Übergang vom Wasserleben zum Leben an Land bei den Wirbeltieren, so beeindruckend, Wegen seines wissenschaftlichen Rufs steht der Park seit 1999 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Wir hatten das große Glück in einer privaten Führung durch den aktuellen Leiter des Instituts sehr ausführlich über den Prinzen und den König informiert zu werden.

Tag 7 und 8

Die nächsten beiden Tage können wir kurz fassen, denn sie waren zum einen durch das Verlassen der Gasperie und zum anderen durch eine Walbeobachtungstour, die diesen Namen leider nicht wirklich verdient hat, gekennzeichnet. Tatsächlich ahbenw ir nicht mehr Wale gesehen, als ich Euch hier zeigen kann, dafür gab´s dann als „Entschädigung“ noch einen Ausflug zu einem Robben-Sonnenbadeplatz… nun ja.

Lediglich landschaftlich waren die beiden Tage wieder sehr reizvoll.

Tag 9

Heute verließen wir den Bundesstaat Quebec und fuhren zurück nach Ontario, wo wir die letzten Urlaubstage verbringen und dabei einen Nationalpark und zwei Living Museum besuchen wollten.

Tag 10

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen eines Living Museum, denn wir besuchten das Upper Canada Village in der Nähe von Montreal, wo wir in verschiedenen Gebäuden viel über die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Kanadier in der Mitte des 19. Jahrhundert lernten. Der Besuch dieses Freiluftmuseums ist in meinen Augen ein absolutes Muss.

Tag 11 bis 13

Nun, kurz vor Ende unserer Reise durch den Osten Kanadas, landeten wir also in einem der größten und bedeutendsten Nationalpark Ontarios, dem Algonquin Nationalpark. Wie überall waren auch hier nur wenige Campingplätze überhaupt geöffnet, sodass die Auswahl nicht wirklich groß war, dennoch fanden wir noch ein nettes Plätzchen für unsere beiden mobilen Wohneinheiten und nach einer etwas längeren Wanderung von Bernd und mir, sahen wir auf dem Rückweg nun endlich ihn, den König des Waldes, einen Elch, der sich, seiner Besonderheit wohl ausgesprochen bewußt, reichlich Zeit für uns nahm, damit wir ohne Ende Fotos machen können. Glücklicherweise ist es heute alles digital, würden wir noch analog fotografieren, wäre dieser Nachmittag der Ruin gewesen 😉

Tag 14

Am letzten tag stand dann nochmals ein Living Museum auf der Tagesordnung, welches etwa eine Stunde Fahrtzeit von Montreal entfernt und ebenfalls absolut einen Besuch wert ist.

Sainte-Marie among the Hurons

Das Museumsdorf Saint-Marie among the Hurons ist der Nachbau einer mit Palisaden bewehrten Missionsstation, die am Ufer des Wye River zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Sie wurde 1639 von Jesuiten auf dem Gelände, das den Wendat-Indianern gehörte, gegründet und schickte sich an, dieses Naturvolk zu den christlichen Werten, was auch immer die nach dem jeweiligen Verständnis seiner Überbringer sein mögen, zu missionieren. Der Ort sollte sowohl für die „missionierten“ Indianer als auch für die Missionare ein Ort der Ruhe und Sicherheit sein, was zunächst auch gelang. Doch ähnlich wie nach dem Einfall der Spanier in Mittelamerika hatten auch die Huronen keinerlei Erfahrungen mit den von der Einwanderern eingeschleppten Krankheiten, sodass viele daran starben. Und zudem wurden die Stammeskonflikte zwischen den Huronen und Irokesen durch die Anwesenheit der Europäer noch verstärkt, und im Jahr 1648 attackierten diese die Station, wobei viele der in ihr lebenden Einwohner getötet wurden. Noch im selben Jahr wurde die Station von den Überlebenden in Brand gesetzt und sie zogen sich nach Quebec zurück.

Tag 15 Abreise

Nach 15 Tagen und rund 4.000 gefahrenen Kilometern war es leider wieder so weit, es hieß Abschied nehmen von unserem mobilen Heim und Kanada. Mit der Iceland Air ging es dann mit Zwischenstop auf Island zurück nach Berlin.

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